Ritter. Rückblick. Reych.
Unser Reych Cambodunum blickt auf eine bewegte und lebendige Vergangenheit zurück. Geprägt von Pioniergeist hat sich über fast ein Jahrhundert hinweg eine Gemeinschaft entwickelt, die heute fest im schlaraffischen Spiel verankert ist – mit einer Burg, die noch immer Raum für Freundschaft, Geist und Humor bietet.
Historie. Heimat. Herkunft.


Chronik des Reyches Schlaraffia Cambodunum
(Kempten im Allgäu, Bayern)
Gegründet am 20. April 1929
Im Jahre 1920 ließ sich ein Ritter mit dem Ritternamen Quint der Vielgeliebte, aus dem Schlaraffenreych Ingoldia (Ingolstadt), aus beruflichen Gründen in Kempten nieder. Hier fasste er den Gedanken, auch in der schönen Stadt im Allgäu ein Schlaraffenreych zu gründen. Dieser erste Versuch scheiterte jedoch frühzeitig, da die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges noch deutlich spürbar waren.
In den Jahren 1926/27 gesellten sich zu dem inzwischen in Kempten ansässigen Ritter Quint die Ritter Druff aus dem Reych am Erlenanger (Erlangen) und Gams aus dem Reyche Perla Palatina (Neustadt a. d. Weinstraße).
Diesen drei Schlaraffen gelang es, am 10. Dezember 1927 im Bahnhofshotel eine Gründungsversammlung einzuberufen. Von den 40 Erschienenen schlossen sich 26 dem Vorhaben an, ein Schlaraffenreych zu gründen.
Am 2. März 1928 versammelte sich eine nun bereits auf 31 Getreue angewachsene Schar zu einer ersten gemeinsamen Sippung in der Gaststätte „Zum Fäßle“ und eröffnete damit das Feldlager Cambodunum.
Die drei prägenden Gründungsritter Quint, Gams und Druff leiteten die Geschicke des Feldlagers. Ein Antrag auf die Erhebung zur Colonie hatte noch im selben Jahr bei der Allmutter Praga Erfolg. Am 11. Mai 1929 fand die feierliche Gründungsfeier zur Colonie statt.

Coloneygründung
Die Colonie entwickelte sich im schlaraffischen Geiste weiter: Man stellte ein Reychsorchester auf, bildete einen Singchor, unternahm gemeinsame Ausflüge und pflegte enge Kontakte zu den benachbarten Reychen, vor allem zum Mutterreych Ingoldia und zum befreundeten Reych Imma Allgoviae (Immenstadt).

Ausflug an den Bodensee

Sommer und Winterfreuden

Sanktionsfeier im Festsaal des Evangelischen Hospiz
Das Reych blühte weiter, was sich im künstlerischen, musikalischen und literarischen Nachlass nachhaltig zeigt. Die freundschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarreychen wurden vertieft und erweitert. Es war ein sorgloses und bewegtes Treiben, bis die politische Entwicklung den jungen Aufbau jäh hemmte. Es begann ein Leidensweg von fünf langen Jahren, in denen die Cambodunum mit Zähigkeit ihren Bestand aufrechtzuerhalten suchte.
Vergeblich! Am 20. Februar 1937 hielten die zwölf verbliebenen Sassen, die in einmaliger Freundschaft mit den wenigen verbliebenen Sassen des Nachbarreyches Imma Allgoviae sich immer wieder zu Sippungen zusammengefunden hatten, ihre 150. Sippung als Schlusssippung ab.


Das Ende des Krieges 1945 brachte auch dem Reych Cambodunum die Freiheit, sich wieder im schlaraffischen Geist zu treffen – zunächst noch sehr eingeschränkt durch die Wirren der Nachkriegszeit. Doch schon bald regte sich neues Leben: Am 23. Oktober 1947 konnte man im Hotel „Bayerischer Hof“ die erste feierliche Sippung in der Illerburg celebrieren.
Es folgten schöne Jahre der Freundschaft, als hätte es die uhufinsteren Zeiten nie gegeben.
Bald wurde die Illerburg jedoch zu klein, und es galt, eine neue Burg zu finden. Im Gewölbe der Gaststätte „Zum Stift“ entdeckte man einen großen Raum, der von den drei Rittern Sausewind, Sakrisch und Scheps in eine eindrucksvolle Burg verwandelt und künstlerisch ausgestaltet wurde. Im November 1955 wurde die Stiftsburg feierlich eingeweiht.
Stiftsburg
Seit 1955 treffen sich die Kemptener Schlaraffen nun in der Stiftsburg zu ihren Sippungen – und blicken voller Freude und Zuversicht dem Jahr 2029 entgegen, wenn sie den 100. Geburtstag ihres Reyches feiern dürfen.

Wo der Uhu wacht, beginnt das Spiel.
In unserem „ Schlaraffenland des Geistes“ ist jeder Mann willkommen, der Kunst und Humor wertschätzt. Idealerweise sollte er über sich selber lachen können; dann kann er an unserem „höfischen“ Spiel unbeschwert Gefallen finden. Freude daran hat man als Persönlichkeit und wenn man mitten im Leben steht.

